Waffenserie - Das Nepalesische Khukuri
29.09.2006
Besucher dieses Eintrags: 92
Es war vermutlich Alexander der Große mit seinem Heer, der die Grundform der Waffen mit vorderlastiger Klinge nach Asien brachte. Das griechische "Kopis" gehörte zur Bewaffnung und lieferte vermutlich das Vorbild. Die nepalesischen Schmiede erkannten die Vorteile dieser besonderen Klingenform und passten sie ihren Bedürfnissen an.
So entstand im Lauf von mehr als zwei Jahrtausenden eine sehr effektive Waffe und Werkzeug , die im Westen durch den Einsatz der Gurkha – Regimenter der Britischen Armee in beiden Weltkriegen bekannt wurde. Auch heute noch wird das Khukuri militärisch verwendet, der aktuellste Einsatzort ist Afghanistan und Irak, wo derzeit Gurkha - Einheiten stationiert sind.
Die Kenntnisse und Geheimnisse der Schmiede (Kami´s) werden mündlich weitergegeben, schriftliche Aufzeichnungen sind so gut wie nicht vorhanden. Zur Herstellung eines Khukuri´s wird hochwertiger Kohlenstoffstahl verwendet, der von Hand ausgeschmiedet und Frei-Hand geschliffen, poliert und geschärft wird. Dieser Stahl ist nicht rostfrei, dafür wird eine sehr gute Schärfe erreicht. Mit einem Khukuri lassen sich Bäume fällen, man kann sich aber auch damit rasieren. Handwerkliche Kenntnisse alleine genügen nicht, Gefühl und Instinkt spielen bei der Herstellung eines Khukuri´s eine grosse Rolle, etwa der Geruch des Feuers und des Stahls, die Flammenfarbe, welches Brennmaterial verwendet wird, zu welcher Jahreszeit geschmiedet wird, aus welchem Fluss das benötigte Wasser zum Härten kommt, Vollmond oder Neumond und noch viele andere Dinge, die uns westlich geprägten Menschen weitestgehend verloren gegangen sind. Dadurch wird jedes Khukuri zu einem Einzelstück.
Khukuri´s werden nach dem Schmieden partiell gehärtet. Das bedeutet, die Schneide und ein Teil des Klingenblattes wird mit der Restwärme aus dem Klingenrücken angelassen, was dazu führt, das die Schneide hart und der Klingenrücken relativ weich ist. Ein Bruch ist damit praktisch ausgeschlossen - bei einer Rückenstärke der Khukuri´s von ca. 1 cm. Das Griffmaterial besteht traditionell aus dem Horn des Wasserbüffels oder aus Holz, wobei Sal - Holz bevorzugt wird, ein schön gemasertes Hartholz aus den Terai-Dschungeln.
In Nepal wird das Khukuri von Militär, Polizei und Sicherheitspersonal getragen. In der täglichen Haus und Feldarbeit ist es für viele Nepalesen ein unverzichtbares, täglich benötigtes Werkzeug mit universellen Einsatzmöglichkeiten. Bei religiösen Ritualen spielt es eine zentrale Rolle bei den mit einem Schlag zu köpfenden Tieropfern .
Bei einigen asiatischen Kampfsportarten wie z.B.Kali hat das Khukuri seinen Platz und auch in Europa findet das Khukuri inzwischen immer mehr Interesse und Verwendung. Es gibt viele unterschiedliche Modelle und Klingenformen, die von universell einsetzbar bis zum Kampf-Khukuri reichen.
Für Ungeübte ist das Arbeiten mit einem Khukuri nach kurzer Eingewöhnungszeit leicht, obwohl die spezielle Klingenform auf den ersten Blick sehr ungewöhnlich wirkt. Durch die Form der Klinge erhöht sich die Wucht eines Hiebes im Vergleich zu einer geraden Klinge gleichen Gewichtes enorm . Die am häufigsten verwendeten Khukuri´s haben Klingen zw. 26 und 36 cm Länge. Damit lässt sich z.B. der Kopf einer Ziege mit einem Hieb vom Rumpf trennen oder 4 - 5 cm Nadelholz mit glattem Schnitt kappen. Es gibt aber auch Khukuri´s , die über einen Meter Länge erreichen und die zu kriegerischen und zeremoniellen Zwecken dienten und auch heute noch dienen.
Waffe oder Werkzeug, ein Nepalesisches Khukuri ist eine hochwertige Schmiedearbeit , an dessen traditioneller Herstellungsweise sich seit Jahrhunderten nahezu nichts verändert hat
Script: Michael Held
Webseite Gurkha Imports
So entstand im Lauf von mehr als zwei Jahrtausenden eine sehr effektive Waffe und Werkzeug , die im Westen durch den Einsatz der Gurkha – Regimenter der Britischen Armee in beiden Weltkriegen bekannt wurde. Auch heute noch wird das Khukuri militärisch verwendet, der aktuellste Einsatzort ist Afghanistan und Irak, wo derzeit Gurkha - Einheiten stationiert sind.
Die Kenntnisse und Geheimnisse der Schmiede (Kami´s) werden mündlich weitergegeben, schriftliche Aufzeichnungen sind so gut wie nicht vorhanden. Zur Herstellung eines Khukuri´s wird hochwertiger Kohlenstoffstahl verwendet, der von Hand ausgeschmiedet und Frei-Hand geschliffen, poliert und geschärft wird. Dieser Stahl ist nicht rostfrei, dafür wird eine sehr gute Schärfe erreicht. Mit einem Khukuri lassen sich Bäume fällen, man kann sich aber auch damit rasieren. Handwerkliche Kenntnisse alleine genügen nicht, Gefühl und Instinkt spielen bei der Herstellung eines Khukuri´s eine grosse Rolle, etwa der Geruch des Feuers und des Stahls, die Flammenfarbe, welches Brennmaterial verwendet wird, zu welcher Jahreszeit geschmiedet wird, aus welchem Fluss das benötigte Wasser zum Härten kommt, Vollmond oder Neumond und noch viele andere Dinge, die uns westlich geprägten Menschen weitestgehend verloren gegangen sind. Dadurch wird jedes Khukuri zu einem Einzelstück.
Khukuri´s werden nach dem Schmieden partiell gehärtet. Das bedeutet, die Schneide und ein Teil des Klingenblattes wird mit der Restwärme aus dem Klingenrücken angelassen, was dazu führt, das die Schneide hart und der Klingenrücken relativ weich ist. Ein Bruch ist damit praktisch ausgeschlossen - bei einer Rückenstärke der Khukuri´s von ca. 1 cm. Das Griffmaterial besteht traditionell aus dem Horn des Wasserbüffels oder aus Holz, wobei Sal - Holz bevorzugt wird, ein schön gemasertes Hartholz aus den Terai-Dschungeln.
In Nepal wird das Khukuri von Militär, Polizei und Sicherheitspersonal getragen. In der täglichen Haus und Feldarbeit ist es für viele Nepalesen ein unverzichtbares, täglich benötigtes Werkzeug mit universellen Einsatzmöglichkeiten. Bei religiösen Ritualen spielt es eine zentrale Rolle bei den mit einem Schlag zu köpfenden Tieropfern .
Bei einigen asiatischen Kampfsportarten wie z.B.Kali hat das Khukuri seinen Platz und auch in Europa findet das Khukuri inzwischen immer mehr Interesse und Verwendung. Es gibt viele unterschiedliche Modelle und Klingenformen, die von universell einsetzbar bis zum Kampf-Khukuri reichen.
Für Ungeübte ist das Arbeiten mit einem Khukuri nach kurzer Eingewöhnungszeit leicht, obwohl die spezielle Klingenform auf den ersten Blick sehr ungewöhnlich wirkt. Durch die Form der Klinge erhöht sich die Wucht eines Hiebes im Vergleich zu einer geraden Klinge gleichen Gewichtes enorm . Die am häufigsten verwendeten Khukuri´s haben Klingen zw. 26 und 36 cm Länge. Damit lässt sich z.B. der Kopf einer Ziege mit einem Hieb vom Rumpf trennen oder 4 - 5 cm Nadelholz mit glattem Schnitt kappen. Es gibt aber auch Khukuri´s , die über einen Meter Länge erreichen und die zu kriegerischen und zeremoniellen Zwecken dienten und auch heute noch dienen.
Waffe oder Werkzeug, ein Nepalesisches Khukuri ist eine hochwertige Schmiedearbeit , an dessen traditioneller Herstellungsweise sich seit Jahrhunderten nahezu nichts verändert hat
Script: Michael Held
Webseite Gurkha Imports
[Zurück]




