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Kampfsport oder Kampfkunst? Definition der Kampfsysteme

04.08.2006
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Welcher Kampfsport passt zu mir? Sage mir was du suchst und ich sage dir wo du es findest. Dies wäre wohl die passende Gegenfrage. Was erwartest du von einem Kampfsystem?

Als Kampfkünstler wird man oft gefragt, was denn der Unterschied zwischen einer Kampfkunst und einem Kampfsport ist. So einfach die Frage, so anspruchsvoll die Antwort. Auf den ersten Blick sind die Unterschiede nicht sichtbar. Im eigentlichen Training bewegt man sich und schwitzt, unabhängig davon ob man eine Kampfkunst oder einen Kampfsport trainiert. Der Unterschied liegt mehr hinter dem physischen Training verborgen. Eine allgemein akzeptierte Definition von Kampfkunst und Kampfsport existiert nicht, jede Schule, jeder Trainer und jede Stilrichtung hat eine andere Meinung zu diesem Thema. Dojoguide möchte mit diesem Artikel die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale aufzeigen und beleuchten. Die folgenden Erklärungen sind als Orientierungshilfe gedacht.

Dojoguide hat innerhalb der Kampfsysteme drei verschiedene Kategorien definiert:

Kampfsport
Systeme bei welchen der Leistungsvergleich mittels Kampf oder Zweikampf als Wettkampfform im Vordergrund stehen. Beispiele: Freefight, Judo, Ringen, Kendo, Fechten, Kickboxen, Thaiboxen, Boxen, Savate, Brasilian Jiu-Jitsu , Sportkarate, Schwingen...

Kampfkunst
Systeme bei denen spezielle Fertigkeiten, Traditionen, Philosophien, Schulung des Charakters oder Geistes im Zentrum des Interesses stehen und Wettkämpfe, falls es diese überhaupt gibt, eine Nebensache sind. Beispiele: Wing Chun, Traditionelles Karate, Aikido, Iaido, Kyudo, Jodo, Pencak Silat, Goshindo, Taiji Quan, Qigong, Hapkido...

Systeme für die praktische Anwendung
Diese Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass die praktische Anwendbarkeit im Zentrum des Trainings liegt. Falls Zweikämpfe stattfinden, steht nicht das Gewinnen im Vordergrund, sondern die praktische Übung für den Ernstfall. Die Techniken sind einfach aufgebaut und basieren auf wenigen Grundtechniken. Bei diesen Systemen gibt es zwei Ausprägungen. Einerseits Systeme, welche nur Selbstverteidigung für Notfälle trainieren und andererseits die Polizei- und Militärsysteme, welche neben Selbstverteidigungs- auch noch Angriffs- Waffen- sowie Spezialtechniken trainieren. Unter Spezialtechniken verstehen wir Festnahmetechniken oder Kampftechniken im Verbund mit und ohne Kampfmontur. Beispiele: modernes Jiu-Jutsu, Mixed Martial Arts, Krav Maga…

Neben der obigen Unterscheidung gibt es auch Schulen, wo Show-Elemente im Vordergrund stehen, die einem Publikum vorgeführt werden. Diese Show-Elemente kommen in allen möglichen Kampfsystemen vor. Das Bekannteste dieser Systeme ist Wrestling. Weitere beliebte Formen sind Musikkatas mit und ohne Waffen. Im Trend sind auch Mittelalter-Showtruppen, welche Fechtkämpfe vorführen.

Wenn wir Fitnesssysteme mit Kicks und Schlägen wie Tae-Bo den Kampfsystemen zuordnen möchten, dann müssten unsere Kategorien um eine mit dem Schwerpunkt Fitness erweitert werden.

Jeder Stil hat verschiedene Schwerpunkte. Auf folgender Liste Definition der Kampfsysteme sind die Kampfsysteme den Kategorien zugeordnet. Die Liste ist nicht abschliessend und entspricht keiner offiziellen Definition, sondern der Vorstellung des Dojoguide-Teams.

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