28.08.2008
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Do oder - Jitsu (Jutsu)?

Philosophischer Weg oder effektive Technik ? – Am Beispiel: Kendo – Kenjutsu, Iaido – Iaijutsu, Shin-Ken-Ryu-Do

Ungeachtet vieler Stilrichtungen, die oft unter eigener Bezeichnung von einem Großmeister dominiert werden (Soke-System – stark auf die Person bezogen):
Es gibt die Begriffsbestimmung, dass die “Do” -Formen dazu gebraucht werden, das eigene “Ich” zu vervollkommnen (philosophischer „Weg“) und die “Jutsu” -Formen diejenigen sind, die sich auf das Lehren der Kriegstechniken konzentrieren (bzw. heute auch Nahkampf, „Straßenkampf“, also praktische Anwendung bzw. „handwerkliche” Kunst). Eigentlich ist dies aber keine überlieferte Regel, sondern eher die neuzeitliche Betrachtungsweise. Es kann durchaus sein, dass das, was wir heute Kenjutsu nennen, zu früheren Zeiten einmal Kendo genannt wurde. Entsprechend auch Iaido zu Iaijutsu.
Wenn man also diese Begriffserklärung im Kopf behält, ist die Kunst mit echten Schwertern zu kämpfen und zu siegen Kenjutsu. Das vornehmliche Ziel beim Kenjutsu ist der Sieg über einen Gegner. Beim Kendo dagegen ist das Ziel, das eigene Ich voranzubringen, indem man sich im Umgang mit dem Schwert übt (Kendo ist übrigens heute auch ein sportlicher Wettkampf, in dem man Bayerischer Meister werden kann – ganz ohne philosophischen Weg…). Trotz diesem „Do“ als Philosophie: Schon seit einigen Jahrhunderten haben sich auch die Kenjutsu-Schulen weiterentwickelt, lehren philosophische Aspekte und zielen mehr und mehr auf die eigene persönliche Vervollkommnung.
Kendo heißt wörtlich übersetzt “Weg des Schwertes” und ist japanisches Fechten. Sehr viele Japaner üben es aus, es steht in Japan sogar auf dem Unterrichtsplan in Schulen. Kendoka tragen eine Rüstung, die sie vor den Schlagzielen an Kopf, Hals, Handgelenk und Bauch schützen soll, so dass im Kendotraining mit dem sogenannten Shinai (einem geraden Bambusstock als Ersatz für das Schwert) die Schläge mit voller Kraft und Schnelligkeit ausgeführt werden können. Allerdings beschränkt auf erlaubte Trefferzonen auf der Sport-Rüstung.
Wenn es um das Lernen von Schwerttechniken geht, hat Kenjutsu die umfangreichere Schule, da beim Kendo, wegen des Gebrauchs des Shinai, einige Techniken nicht möglich sind. Beim Kenjutsu werden beim Üben entweder Bokken (Holzschwerter) oder Katana (Stahlschwerter) benutzt, um die vornehmlich schneidenden Techniken des wirklichen Schwertkampfes zu üben.
Im Gegensatz zu diesen beiden ist nun Iaido die Kunst des Ziehens und Angreifens mit dem Schwert und Iaijutsu die Kunst, das Schwert sehr schnell zu ziehen und den Gegner mit einem Schlag zu besiegen. Auch beim Iaido geht es nach der anfangs erwähnten Begriffsbestimmung um die Selbstkontrolle des Ausübenden, beim Iaijutsu mehr um das Besiegen eines Gegners. Allerdings werden bei beiden mit wenigen Ausnahmen die kniend oder stehend zu übenden Kata mit imaginären Gegnern ausgeführt.

Ein System wie Shin-Ken-Ryu-Do (www.shin-ken-ryu-do.com) ermöglicht es mit seiner Vielseitigkeit, verschiedene Prinzipien miteinander zu verbinden. Hier ist das Prinzip des praktisch anwendbaren Kenjutsu verwirklicht, eingebettet in ein traditionell gewachsenes Konzept mit fernöstlichen Hintergründen. – Also in eine „theoretische Richtlinie“, allerdings ohne Bindung an jegliche Religion. Der Meister ist ein Lehrer und Vorbild, aber kein „Guru“ oder Priester.

Im Shin-Ken-Ryu-Do ist von Schwertschwing- und Grundschul-Übungen (Suburi) über Schwertziehkunst (Battoho – entspricht Iaido), festen Formen (Kata), Partnerübungen im Kontaktkampf (Kumite) und Selbstverteidigung (Goshin) bis zum Testschnitt mit der scharfen Klinge (Tameshigiri) die gesamte Bandbreite der traditionellen japanischen Schwertkunst vertreten.

Eingereicht von Dojoguide Team
Webseite http://www.dojoguide.org

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