20.07.2008
Artikel suchen:
Du bist hier: Home » Allgemein, Japanische Kampfstile, Waffenserie » Naginata - Das japanische Lanzenfechten

Naginata - Das japanische Lanzenfechten

Die Naginata ist eine Stangenwaffe, die aus dem japanischen Mittelalter stammt. Sie wurde schon vor über 1000 Jahren von den Samurai, den Samurai-Frauen und den japanischen Kriegermönchen eingesetzt. Vereinfacht gesagt ist eine Naginata kein Speer, sondern ein Schwert mit einem sehr, sehr langen Griff. Sie wird hauptsächlich in mächtigen, raumgreifenden Schnittbewegungen geführt und kann auch für Stiche eingesetzt werden. Wegen ihrer großen Länge kann man einen Gegner leicht über die gesamte Körperlänge hinweg angreifen.

Die Glanzzeit der Naginata war in etwa das 8. - 14. Jahrhundert, als der Einzelkampf die Norm war und die Kontrahenten vor dem Gefecht die Verdienste ihrer Vorfahren aufzählten. Sie gehörte zum standardmäßigen Repertoire eines Samurai wie Schwert, Bogen, Speer, etc. Während die Naginata im Laufe der Zeit mit der Entwicklung zum Formationskampf hin ihre Rolle auf dem Schlachtfeld verlor, wurde sie aufgrund ihrer Reichweite und der großen Hebelwirkung im 17. bis 19. Jahrhundert die Waffe, an der viele Frauen von Stand ausgebildet wurden um Haus und Hof und natürlich sich selbst zu verteidigen.

Naginata ist heute auch der Name für den Kontaktkampfsport, der den Umgang mit der Naginata lehrt und sowohl körperliche als auch geistige Fähigkeiten trainiert. Im Wettkampf greifen die Kontrahenten genau festgelegte Körperpartien an, die durch eine Rüstung geschützt werden. Der besondere Reiz an Naginata liegt darin, dass die Trefferzonen über den gesamten Körper, von Kopf, Hals, Rumpf und Handgelenk bis zum Unterschenkel, verteilt sind. Eine weitere Spezialität ist, dass sowohl die angedeutete Klinge aus Bambus als auch der hölzerne Stock im Kampf eingesetzt werden können.

Auf der einen Seite fördert Naginata Ausdauer, Geschicklichkeit und Reaktionsvermögen, auf der anderen Seite werden Selbstdisziplin, Konzentration und Entschlussfähigkeit geschult. Darüber hinaus ist Naginata von den Werten des japanischen Rittertums wie zum Beispiel Tapferkeit, Respekt, Rechtschaffenheit, Güte und Ehre geprägt. Neben der sportlichen Betätigung dient Naginata der Charakterbildung und der Persönlichkeitsentwicklung.

Script: Martin Röthig

Quelle: Polizei-Sportverein Mainz e.V.

Eingereicht von Dojoguide Team
Webseite http://www.dojoguide.org

Ähnliche Artikel