20.07.2008
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Einführung ins Wing Chun -immerwährender Frühling

Wing Chun “immerwährender Frühling”, ist eine alte (süd)chinesische Kampfkunst die heute hauptsächlich zur Selbstverteidigung unterrichtet wird. Dabei ist dieser KungFu-Stil so konzipiert, dass man als kleinerer und schwächerer einem grossen und starken Gegner Paroli bieten kann. Man muss also nicht besonders sportlich und kräftig sein. Man nutzt oder borgt einfach die Kraft des Gegners. Ein Prinzip wie es auch aus vielen japanischen Kampfkünsten bekannt ist.

Die “Techniken” des Systems wurden auf Ihre Wirkung hin optimiert und sind daher meistens kurz und gerade oder leicht spiralförmig. Die Kraft für den Techniken wird aus Gewichtsverlagerung, Schrittarbeit und der Peitschenkraft Gewonnen.

Es gibt keine mystischen Tricks oder geheimen Techniken, die nicht durch nachgewiesene wissenschaftliche Theorien der Physik und/oder der Geometrie erklärt werden können. Wing Chun ist ein komplettes System des Trainings, das Elemente wie Vertrauen, Theorie, Technik, Geschwindigkeit, Timing, Abstand, Reflex, Beweglichkeit, Ausdauer, Koordination, Energie, Strategie, etc. einschliesst.

Weil wir Menschen und nicht Tiger oder Affen sind, können wir nicht hoffen, die Fähigkeit zu gewinnen, sich wie ein Tiger auf sein Opfer zu stürzen, zu springen wie ein Affe oder etwas zu umwickeln wie eine Schlange. Egal wie viel Sorgfalt und Ehrgeiz und Zeit wir verwenden, bleiben unsere Hände doch immer menschlich. Menschliche Hände können nicht wie die Pranken eines Tigers oder die tödlichen Klauen eines Adlers sein; auch nicht durch übermenschliches Training. Wenn man versucht ein Tier nachzuahmen, sind die Bewegungen viel härter zu erlernen und zu vervollkommnen, weil wir als Menschen, nicht diese Spezialisierung aufweisen, wie die genannten Tiere in ihren Bewegungen. Daraus folgt, dass man viel Zeit opfern muss, um eine Bewegung zu erlernen für die wir nicht geschaffen sind. Deshalb sind die Wing Chun Techniken so entworfen, um die Struktur und die Fähigkeiten des menschlichen Körpers einzubringen. Ausserdem verwendet man die hypothetischen Schlüsselannahmen, dass wir kleiner sind, langsamer, und schwächer als unser Konkurrent. Wenn wir an diesen Annahmen festhalten, müssen wir eine bessere, klügere Weise finden, unseren Gegner zu besiegen. Daher sagen wir dass Wing Chun wissenschaftlich ist, weil alle unsere Techniken und Bewegungsmuster durch Grundregeln von Physik und/oder von Geometrie erklärt werden können.

Natürlich klingt das alles sehr viel einfacher als es wirklich ist. Man braucht einen starken Willen um Wing Chun zu erlernen. Es ist so, dass man eigentlich mit jeder neuen Lektion wieder anfängt neues zu erlernen. Als besonders schwierig erweist es sich immer wieder, dass man keine festen Bewegungen bzw. Bewegungsabfolgen erlernt (wenn Dein Gegner dieses und jenes macht, dann tue dies und das …). Wing chun basiert vielmehr auf Prinzipien und Konzepten. Diese versucht man dann im Training kontrolliert zu verinnerlichen und umzusetzen. Viele dieser Prinzipien sind in “Kuen Kuits” festgehalten. Diese Kuen Kuits stellen so etwas wie Weisungen oder Orientierungshilfen dar. Sie sind bewusst in einer Befehlsform formuliert, damit klar ist was zu tun ist.Z.B: Was kommt behalte, was geht dem folge.

Wing Chun beinhaltet drei waffenlose Handformen, eine Holzpuppenform und zwei Waffenformen jede dieser Formen hat Ihre eigenen Theorien, bzw. jede Form hat bestimmte Ziele die damit erreicht werden sollen. Jede der drei Formen baut auf die vorhergehende auf und erweitert diese um neue Konzepte und Prinzipien. Das Endprodukt ergibt eine sehr ausgewogene Kampfkunst die äusserst starke Angriffe wie auch Abwehren beinhaltet.

Zum Abschluss die Formen in Kürze vorgestellt:

Siu Leem Tau
Das Basiskonzept der Siu Leem Tau ist das erlernen der Grundbewegungsmuster und das Zusammenspiel von Kraft und Geist.Des Weiteren wird auch die Grundstruktur ausgebildet. Durch diese Struktur kann man schweren Angriffen widerstehen und sehr effizient im Angriff arbeiten.

Chum Kiu
Das Basiskonzept der Chum Kiu ist es, das bewegte Körpergewicht in Einheit mit den Bewegungen der Siu Leem Tau zu bringen. Manchmal auch bezeichnet als “Siu Leem Tau auf Rädern”

Biu Jee
Das Basiskonzept der Biu Jee: mit dem Körpergewicht in schneller Bewegung explosive Power zu erzeugen.Im Grunde sind es die einfachen Bewegungen der Siu Leem Tau zusammen mit den Drehbewegungen der Chum Kiu modifiziert mitsteigender Geschwindigkeit.

Mook Yan Joang
An der Holzpuppe lernt man die Kraft genau zu leiten, mit dem Körper den richtigen Abstand zu bewahren und den richtigen Winkel in Relation zur Zentrallinie einzuhalten.

Look Deem Boon Gwun
Mit dem Langstock lernt man die Körpereinheit, Struktur und das Gewicht des eigenen Körpers vollendet in den Schlag zu legen.

Bot Jom Doh
Die Doppelmesser lehren zum einen den Umgang mit Waffen und eine bestimmte Wing Chun typische geistige Haltung auch in letzter Konsequenz umzusetzen.

Script: Ingo Eyring

Quelle: WingChunKungFu.de

Eingereicht von Dojoguide Team
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