Taekkyon - eine fast vergessene Kunst aus Korea
Taekkyon wurde nicht „erfunden”, sondern hat sich über einige Jahrhunderte hin in Korea entwickelt. Es ist unbekannt, ob es konkrete Vorgänger hatte oder ob es nicht-koreanische Einflüsse gegeben hat.
Taekkyon kann sowohl als Kampfkunst als auch als Kampfsport gesehen werden. Es ist einerseits häufig tänzerisch und besitzt runde, fliessende Bewegungen, andererseits sind die Techniken kraftvoll und können sehr martialisch sein. Das Ursprungsland ist Korea. Bislang ist es auch nur dort nennenswert verbreitet, obgleich es deutlich älter ist als die meisten bekannteren koreanischen Kampfarten wie Taekwondo und Hapkido. Deutschland ist momentan eines der wenigen Länder ausserhalb Koreas, in dem Taekkyon unterrichtet wird.
Wettkampf ist im Taekkyon seit 1846 bezeugt. Aus diesem Jahre stammt ein Gemälde des Malers Hyesan Yusuk, das Taekkyon zusammen mit Ssireum (koreanischem Ringen) auf einem Volksfest zeigt.
Neben dem Wettkampf, der ein recht aussergewöhnliches Regelwerk besitzt, gibt es im Taekkyon weitere Disziplinen wie z.B. Partnerübungen und Grundschule. Es wurde in früheren Zeiten wahrscheinlich nicht zwischen Selbstverteidigung und anderen Techniken unterschieden. Formen (im Taekkyon “Bontae” bzw. “Holsaegim” genannt) waren bis zur Renaissance des Taekkyon (etwa die 1970er und 80er Jahre) nicht vorhanden und werden auch heute noch nicht von allen Verbänden genutzt.
Aussergewöhnlich ist auch die Atemtechnik, die im Taekkyon angewendet wird. Bei jeder Technik stossen Taekkyon-In (”In” steht für “Mensch”) einen Laut aus, der etwa wie “ick”, “eck” oder “ack” klingt. Bei besonders kraftvollen Aktionen wird dieser Laut durch Anängen eines Vokal, meist a oder o, verlängert. Diese Ki-Hap genannte hörbare Atemtechnik (Unterbauchatmung im Zinnoberfeld, kor. Dan Jon) wird nur im Training hörbar benutzt. Im Wettkampf oder anderen Anwendungen wird nur bei Bedarf, meist bei besonderem Krafteinsatz oder Anstrengungen, ein Laut ausgestossen.
In Bezug auf die benutzten Techniken gibt es kaum Einschränkungen; Techniken werden mit allen Körperteilen (einschliesslich Kopf und Schulter) ausgeführt. Auch Kneiftechniken, Rollen und weitere sind enthalten.
Häufig trifft man die Behauptung an, Taekwondo sei aus dem Taekkyon entstanden. Diese Darstellung ist aus mehreren Gründen äusserst umstritten.
Script: Hendrik Rubbeling
Quelle: Deutscher Taekkyon Zirkel
Eingereicht von Dojoguide TeamWebseite http://www.dojoguide.org
